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26. Vienna City Marathon 2009 am
19.04.2009 |
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Am 18.April 2010 beim 27. Vienna City Marathon werden sicher an diesem Tag gut 30.000 Teilnehmer aus mehr als 100 Nationen bei einer höchst eindrucksvollem und angenehm zu laufenden Veranstaltung mitmachen. Inkludiert: der größte Staffel-Marathon der Welt. |
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Wien ist Lebensfreude pur ...
... In der großen Pause auf dem Außenbalkon der Staatsoper
stehen, bei einem Sekt die milden Abendtemperaturen genießen und auf
den Platz zu schauen: Fußgänger flanieren, Radler und
Jogger einträchtig nebeneinander auf dem Fahrradweg ... das ist
Extravaganz, Tradition und Moderne nah beieinander!
Sonne, Schönbrunn,
Sissi und Kaiserschmarrn sind weitere Zutaten einer Rezeptur, die Wien zur
Stadt mit der höchsten Lebensqualität im aktuellen internationalen
Vergleich machen (Mercer). Bei diesem ranking spielt eine Hauptrolle: das enorm
breite und qualitativ sehr gute Kulturangebot, die Hilfsbereitschaft der Wiener
sowie das bestens ausgebaute Netz von Bus, Tram und Stadtbahn und ...
sportliche Großveranstaltungen wie der
VIENNA Marathon.
Schritt für Schritt im Sinnesrausch
Über 2000 deutsche Sportler und
Sportlerinnen gaben heuer durch ihre Anreise aus Deutschland (teilweise in
einem Flieger mit Ledersitzen) den Wettbewerben des
VIENNA Marathons ihr
persönliches Gütesiegel. Am Sonntagmorgen wurden sorgfältig
viele Laufschuhe geschnürt und freudig am Start auf die zunehmende Kraft
der Sonnenstrahlen gewartet. Natürlich nicht die idealen Verhältnisse
für eine Bestzeit, aber ehrlich, wer fährt schon deshalb nach Wien?
Wenn die Brunnen Wasser führen, die Eissalons zum Sitzen einladen,
dann ist die Verführung zu groß die eine oder andere
Trainingseinheit (im Schlosspark Schönbrunn) ausfallen zu lassen und
stattdessen die Staatsräume in der Hofburg zu besichtigen oder sich eine
Kutschfahrt zu gönnen.
Rekorde Rekorde -Rekorde
Die Austria-Fans waren bereits Monate vorher durch
die Berichterstattung auf Rekorde eingestimmt worden. Gesamtsieger wurde
keine Frage ein Kenianer. Der freute sich riesig und machte sich am
nächsten Tag Sorgen, wie er seine Siegesprämie nach Hause bekommt,
denn ... cash mitgenommen, soll das Überfallrisiko bereits im
Heimatflughafen beträchtlich steigen.
Bei den Männern wurde der
Landesrekord knapp verpasst, bei den Frauen erreichte Andrea Mayr den 1.Platz
und die WM-Qualifikation, ob es ihr nützt, man weiß es nicht.
Stress-Fraktur des Schienbeines und eine gerissene Sehne
verunmöglichen wohl die WM-Teilnahme in Berlin. Bestzeit ist nicht immer
das Beste!
Eindrücklich die Achterbahn der
Gefühle von Andrea Mayr: im Ziel himmelhochjauchzend und dann... ins
Hospital. Auffällig, viele Starter des Marathons haben den Wettbewerb
nicht beendet. Genauso bedrückend, viele Sportler und Sportlerinnen,
gerade auch Teilnehmer des Halbmarathons und der Staffelwettbewerbe, wirkten
schon auf der Strecke recht erschöpft: Gehpausen und Krämpfe bereits
auf den ersten 5 km; persönlich habe ich dies noch nie sooo gesehen. Kann
aber auch an meiner Renneinteilung liegen, ich war diesmal notgedrungen recht
langsam unterwegs und im hinteren Drittel des Feldes. Der Grund: 2 Monate vor
dem Wien-Marathon war ich praktisch nicht auf der Straße, lediglich ein
paar Trainingseinheiten im Studio.
Grund war ein plötzlich
auftretender Fersensporn. Natürliche Konsequenz: es wird gemütlich
gelaufen, max. 6er-Tempo. Als ich bei km 8 einen Pacemaker der ÖMV
überholte: 4:30 Zielzeit und auch noch blonde Duisburger Mädels bei
ihm waren, reduzierte ich weiter das Tempo. Das fiel leicht, hatte ich zwar die
Startnummer angezogen, die Schuhe mit dem chip und die - wieder mal - auf dem
Flug kaputtgegangene Pulsuhr im Zimmer gelassen. So war ich für
plötzlich auftauchende Ehrgeizattacken bestens (nicht) gewappnet und habe
mich trotz Blasen - nicht zu den 20% Aussteigern !! beim
Marathon-Wettbewerb gesellen müssen.
Hobbyathleten wollen zuviel
Im Vorfeld von Ausdauerwettbewerben
sollten Sponsoren und Veranstalter noch mehr auf eine gesunde
Wettkampfvorbereitung und eine gesundheitsverträgliche Wettkampfplanung
drängen. Die öffentlichkeitswirksame marketing-Macht der
unverschämt erscheinenden online-Apotheker und die Versprechen
der Sportartikelindustrie, mit den teuersten Schuhen, dem schönsten outfit
und 500 Gramm Pillen vorab sorry, natürlich sind nur rezeptfreie
Nahrungsergänzungsmittel gemeint ist das finish oder eine Bestzeit
problemlos zu erkaufen, wird immer drängender und lässt den
ambitionierten Freizeitsportler als naiven loser erscheinen.. Das Thema
doping im Breitensport lasse ich in meiner Betrachtung mal
außen vor, da habe ich persönlich schon ausreichend das
Aggressionspotential vom Spartenleiter Triathlon eines meiner Sportvereine zu
spüren bekommen.
Egal wie andere es sehen, mein Laufjahr dauert 12
Monate und im Herbst werden bei mir wieder chip und Uhr zum Einsatz kommen.
Vor dem Finish steht der Start
Das run-up im Rathaus, im Festsaal,
die Feststiege 2 und der rote Teppich waren beeindruckend.
Der
Kaiserschmarrn so lala, das Siegerrezept des Kaiserschmarrn- Wettbewerbes
von Johann Lafer persönlich gekocht soll besser schmecken.
Wen´s interessiert,
einfach mailen.
In der repräsentativen
Halle des Rathauses kamen die dröhnenden Bässe mit wahnsinnigem
Nachhall besser als der kleine, große Mozart mit Stehgeige.
Der wirkte etwas verloren und machte bedröppelt (wegen der
mäßigen Resonanz ? ) den Abgang.
Eindrücklich, dass ein
Marathon auch ohne: we are the champions möglich ist. Nicht nur am Start
sondern auch auf der Musik-Meile ( km 10/11 und 40/41 ) haben klassische
Klänge von Haydn und Strauss eine sinnesfreudige und teilweise auch
berauschende Atmosphäre nicht nur für die insgesamt etwa 300 000
Zuschauer sondern auch für die meisten Sportler geschaffen.
Der
Riesenlautsprecher bei km 16 (Hietzing) funktionierte gut, machte allerdings
brav seine Werbung für´s technische Museum, vielleicht hörte
man aber auch das Keuchen des Spitzenläufers???
Wie sind die Menschen
vor 10 Jahren Marathon gelaufen? Ohne Musik und ohne Handy? Ging das?
Es
gibt offensichtlich immer mehr ausgeprägte Individualisten in der
Gemeinschaft der Läufer und Läuferinnen. Gekennzeichnet sind diese
Laufkollegen durch ihrem Knopf im Ohr und den hastigen Bewegungen bei der
Bedienung von iPhone, MP3-player oder handy. Das erfordert natürlich
ungeteilte Aufmerksamkeit. Ein Gespräch auf der Strecke oder im
Zielbereich wird fast unmöglich. Was bleibt dem gemeinen Läufer ohne
technisches equipment ?? ... er richtet seine Aufmerksamkeit auf die Strecke
und seine Renneinteilung, jetzt ...
Die Laufstrecke

Nirgendwo kommt man so entspannt zum
Start. Mit der U-Bahn und etwa 500 Meter Fußweg!!! vorbei an den
Gepäck-LKW und Toiletten beruhigt und motiviert von klassischer
Musik. Da fehlte nur noch der Paukenschlag als Startzeichen für die Massen
der Sportler, die zeitlich versetzt - auf jeweils 3 Fahrspuren der
gesperrten Reichsbrücke sich in unterschiedlichen Tempi in Bewegung
setzen. Trotz der verschiedensten Marschgeschwindigkeiten: ein gut vorgeplanter
und recht entspannter Massenstart. Überholende HM- oder
Staffelläufer, klatschende Zuschauer, Stimmungsnester und Musikkapellen
sowie die großartige Kulisse der imperialen Gebäude entlang des
Laufweges können schon zum Tempo-Leichtsinn verleiten. Deshalb ist
für uns Marathonis Disziplin angesagt, es geht nämlich bis zum km 18
stetig bergauf!!
Zunächst aber durch den Prater mit dem Stern
und den Gondeln aus irischem Stahl, mir hat weniger das Riesenrad sondern
die breite Allee mit Natur wohin du auch schaust imponiert, ein
Paradies für Flaneure, Familien und Skater. Hier ist Zeit das
Wettkampftempo zu justieren und sich auf die kommenden Eindrücke in der
Stadt vorzubereiten. Jede Menge Stimmungsnester und zunächst der
Schwedenplatz (vorzügliches Eis und gute Asiaten). Dann die Stadt, mit
Ring, Opernplatz und den Karlsplatz Richtung Naschmarkt gestreift.
Auf dem
Karlsplatz stehen die bekannten Stadtbahn-Pavillons von Otto Wagner, einige
Schritte weiter seine berühmten Jugendstil-Häuser.
Gleichermaßen bekannt seine Kirche im reinen Jugendstil. Der Sohn des
damaligen Kaisers soll einen 6-Zylinder-Mercedes ausgeliehen haben, um sich
möglichst schnell von der Eröffnungszeremonie entfernen zu
können: trotzdem, das gemeine Volk pilgert noch heute zuhauf ins jetzige
Sozialzentrum (Öffnung und Besichtigung Sa, 15 Uhr) .
Der Naschmarkt und die linke Wienzeile
( nicht nur die Donau sondern auch die Wien fließt durch Wien!! ), dann
ins Arbeiterviertel Margarethen und weiter nach Schönbrunn. Hier ist der
höchste Punkt der Strecke erreicht. Auf dem Rückweg durch die
Einkaufsstraße der Wiener, die Mariahilfer-Straße. Die Zuschauer
mehren sich, denn bald kommt die Weiche zum Heldenplatz und hier stehen dann
auch die Zujubler für das Finish: Halbmarathon. Der Heldenplatz rockt !
Verlockend, wenn dir auf 500 Meter mehrmals durch fesche Mädels das
Abbiegen angeboten wird: bei Problemen kann jeder Marathonläufer
abbiegen und wird wie ein HM-Läufer gewertet . Standhaft bleiben,
denn bekanntermaßen sollte man jede Straße, um diese richtig kennen
zu lernen, in beide Richtungen gehen. Das ist dann jetzt auf der 2. Hälfte
der Marathonstrecke gut zu machen. Den Donaukanal überquert und jede Menge
Gelegenheit auf der Gegenstrecke die etwa 10 km vor mir liegenden
Vereinskameraden mit motivierendem Hallo anzufeuern. Im Gegensatz zu mir
scheinen die Duisburger Laufkameraden halb Wien zu kennen und unser pace-maker
ist schon zum 3. Mal live im Radio (per handy interviewt). Es wird also nicht
langweilig. Weiter hinaus ins Grüne zum Ernst-Happel-Stadion mit
Wechselstation für die Staffeln und schließlich die letzte Kehre
Richtung Ziel! Die Retoure via der Prater Hauptallee - mitten durch die
grüne Lunge Wiens ist bereits von den ersten Klometern bekannt. Die
Schüttelstrasse (zum 3 x, aber nicht langweilig!) und dann Richtung Ring
und Heldenplatz. Jede Menge Zuschauer kurz vor dem Ziel und nach dem
Zieldurchlauf bekommt unser pace-maker noch seinen persönlichen Empfang,
er läuft in einen Halbkreis von 6 Fotografen hinein.
Sehr sympathisch,
auch der letzte Läufer wird angefeuert und gefeiert. Insgesamt eine
phantastische Stimmung, ein einmaliges Ambiente , eine persönliche
Betreuung und eine professionelle Organisation.

Zieleinlauf mit Raum zum Weitergehen,
Medaille abgeholt es sind noch welche da! - umgehängt, 50 Meter
entspanntes Gehen und Wasser ohne Ende, 50 Meter gehen und ausreichend
Verpflegung ohne anzustehen, da das Problem recht pfiffig mit einem
Verpflegungsbeutel gelöst wird.
Etwas blöd, dass der Weg zu
den Wechselklamotten lang und beschwerlich ist und dann durch die Massen
zurück zur Massage ! Bei Regen nicht unbedingt ein Spaß.
Natürlich gibt es bei näherem Hinsehen noch weiteres
Optimierungspotential, dafür aber auch die eine oder andere
überraschend elegante Lösung im Detail.
In der Summe ein
sehr empfehlenswert und den Wien-Rookies sei Zur Beruhigung gesagt:
In der Veranstaltungsinformation heißt es zwar lapidar: alle 5km
Wasserstellen , tatsächlich gab es alle 5 km auch isotonische
Getränke und ab km 35 ausreichend Cola!
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© 2009
Robert Gfrörer |
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